Video- und Audio-Formate
19.09.2011
HTML5 und Contao gegen H.264, Ogg Theora & Co.
HTML 5, der kommende neue Standard zur Deklaration von Webseiten unterstützt von Haus aus Video- und Audiocodecs. Zusätzliche Plugins, wie Flash oder Quicktime, zur Darstellung werden nicht mehr benötigt. Eigentlich ...!
Die Idee ist hervorragend. Die Umsetzung scheitert wie so oft an den Browserherstellern.
Wir wären nicht Webdesigner und Programmierer wüssten wir nur nicht zu gut, dass bisher jeder Versuch gescheitert ist, einheitliche Standards in HTML so verbindlch unterzubringen, dass alle Browserhersteller sich daran halten würden und so eine einheitliche und immer gleiche Darstellung einer Seite in allen Browser zu ermöglichen.
Wir erinnern uns - nur im Rahmen der Darstellung von Videos und Audios - an Windows Media Player, Real- und Quicktime - Plugins, Flash, Shockwave, SVG und Silverlight. Wir wissen um die Einbettung einer <embed> in ein <object>, obwohl <embed> gar nicht HTML-valide ist und noch vieles mehr.
HTML5 will damit endlich aufräumen und bietet u.a. die neuen Tags <video> und <audio> zur simplen Einbettung von Multimediainhalten mit browsereigenen Bordmittteln ohne externe Plugins. Aber selbstverständlich können sich wieder einmal die Browserhersteller nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen.
Das Problem diesmal ist das browsereigene Bordmittel. Will der Browser ein Video oder eine Audiodatei abspielen, braucht er hierfür neue technische Möglichkeiten - einen geeigneten Codec. Zur Wahl standen und stehen für Videos H.264 und Ogg Theora, für Audios MP3 und Ogg Vorbis. Jeder Browser unterstützt in den aktuellen Versionen sein eigenes Codec-Häppchen, eine gemeinsame Basis gibt es zur Zeit nicht.
Der Webentwickler steht also wieder vor der Frage, in welchem Format (auf welchem Codec basierend) seine Multimediainhalte veröffentlicht werden müssen, damit alle User mit allen Browser diese auch korrekt erreichen.
Eine vorstellbare ideale Lösung wäre ein automatisches FallBack. Wenn der verwendete Browser den gewählten Codec nicht von sich aus (nativ) unterstützt, müsste eine automatische Darstellung mit einem Flashplayer wie dem FlowPlayer oder dem JW Player erfolgen. Der Nutzer der Seite erhält also immer eine korrekte Mediendarstellung, entweder nativ durch den Browser oder per Flash-Mediaplayer.
Die Contao - Erweiterung html5media stellt genau dies zur Verfügung. Videos können im H.264- oder Ogg Theora-Format, Audios im MP3- oder Ogg Vorbis - Format in die Webseite integriert werden. Unterstützt ein Browser nicht die HTML5 - Darstellung bindet das Plugin automatisch den auf Flash basierenden FlowPlayer ein.
Da die Mediendarstellung per nativen HTML5 - Support durch den Browser sicherlich zu bevorzugen ist, stellt sich die Frage, welcher Codec für Video- und Audio-Material am häufigsten unterstützt wird. Um einen aussagekräftigen Vergleich zu erhalten, habe ich zwei Videos von der Tagesschau-Seite als Testdateien herangezogen. Die Tagesschau unterstützt (sehr professionell) den Download von Videos im H.264- (.mp4) und Ogg Theora - Format (.ogv). Weiterhin habe ich eine Audiodatei (der Autor dieses Artikels stellt sich hiermit auch als Musiker vor) als MP3- (.mp3) und Ogg Vorbis - Version (.ogg) erstellt und als Audio-Testdateien benutzt.
Die nachfolgende Tabelle zeigt, ob und wie die Browser Firefox 6, Internet Explorer 9, Google Chrome 12, Opera 11 und Apple Safari 5 die einzelnen Codecs darstellen können. Die Unterscheidung "nativ" oder "Plugin" beschreibt, ob die Darstellung mit browsereigenen Mitteln oder mit Hilfe des FlowPlayers erfolgte.
VIDEO
| Firefox 6 | Internet Explorer 9 | Chrome 12 | Opera 11 | Safari 5 | |
| H.264 (.mp4) | Plugin |
nativ |
nativ |
Plugin |
nativ |
| OGG Theora (.ogv) | nativ |
nativ |
nativ |
AUDIO
| Firefox 6 | Internet Explorer 9 | Chrome 12 | Opera 11 | Safari 5 | |
| MP3 (.mp3) | |||||
| OGG Vorbis (.ogg) |
Ich habe einen "Showroom" eingerichtet, in dem alle Formate selber getestet werden können.
Zusammenfassend sehen wir, dass die Bereitstellung von Videos im H.264-Format und Audios im MP3-Format zu einer kompatiblen Darstellung führt, da der Internet Explorer 9 wie der Safari 5 mit den OGG-Codecs Probleme haben und die H.264- und MP3-Codecs von allen Browsers nativ (Internet Explorer 9, Chrome 12 uns Safari 5) oder per Plugin (Firefox 6 und Opera 11) dargestellt werden.